März 2025
Eine Amphibie mit beeindruckendem Talent steht im Fokus: Der Springfrosch (Rana dalmatina) kann mit seinen langen Hinterbeinen bis zu zwei Meter weit springen – eine Spitzenleistung unter den heimischen Fröschen. Doch trotz dieser außergewöhnlichen Fähigkeit wird es für die Art zunehmend schwieriger, geeignete Lebensräume zu finden. Um herauszufinden, wo der Springfrosch noch vorkommt, startet eine Meldeaktion mit Schwerpunkt in Niedersachsen. Auch Beobachtungen aus anderen Bundesländern sind willkommen.
Im Osten Niedersachsens erfassen in diesem Frühjahr Expertinnen und Experten der HerpetoMap, der Fachplattform für Amphibien und Reptilien in Niedersachsen, großflächig das Vorkommen der Art. Die erforderlichen Genehmigungen wurden vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie den zuständigen Landkreisen bereitgestellt.
Zusätzlich ruft das Projekt Kompetenznetzwerk Artenkenntnis (KNAK) zur Mithilfe auf. Im Rahmen einer Meldeaktion, deren Pate der Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide e. V. (VNP) ist, werden Sichtungen von Springfröschen und anderen Amphibien dokumentiert. Dazu stellt der NABU|naturgucker, der ebenfalls zum Projektteam gehört, eine digitale Plattform bereit, auf der Naturbeobachtungen schnell und unkompliziert erfasst werden können. Fachleute analysieren die eingehenden Daten und eindeutige Nachweise fließen in die HerpetoMap ein. Da die Artbestimmung selbst für Expertinnen und Experten eine Herausforderung darstellt, können nur klare Fotoaufnahmen ausgewertet werden. Wichtig dabei: Die Tiere dürfen ohne Ausnahmegenehmigung nicht gefangen werden! Hingegen bieten Fotos vom Laich eine sehr gute Möglichkeit, das Vorkommen und die Fortpflanzung der Art an einem Standort nachzuweisen. Ziel der Aktion ist es, die aktuelle Verbreitung des Springfroschs zu erfassen und daraus abzuleiten, ob besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
Der Sprung in die Öffentlichkeit
Der Springfrosch ist in Deutschland nur noch selten zu finden. Besonders lichte Laubwälder mit fischfreien Gewässern sind für seine Fortpflanzung unerlässlich. Doch Straßenbau, Trockenlegung und intensive Forstwirtschaft setzen der Art stark zu. Um den bedrohten Frosch besser zu schützen, sind aktuelle Daten zur Verbreitung entscheidend.
Meldungen leicht gemacht
Naturbegeisterte können ihre Sichtungen des Springfroschs direkt über www.nabu-naturgucker-beobachtungen.de/knak-springfrosch eintragen – ohne App-Installation, nutzbar auf Smartphone, Tablet oder PC. Jede Beobachtung hilft, mehr über die Verbreitung des Froschs zu erfahren und Schutzmaßnahmen gezielt zu planen.
Zur Meldeplattform: www.nabu-naturgucker-beobachtungen.de/knak-springfrosch
Die Meldeaktion läuft seit Februar. Weitere Informationen gibt es unter www.artenkenntnis-niedersachsen.de/meldeaktionen/springfrosch/
Februar 2025
Jetzt volle Kraft voraus für vogelfreundlichen Garten
Der Schock der Ergebnisse der diesjährigen NABU Stunde der Wintervögel, Deutschlands größter Naturschutz-Mitmachaktion, sitzt noch tief bei vielen Vogelfreunden: Bei der Zählung Anfang Januar waren „durchgängig wesentlich weniger Vögel in den Gärten der Städte und Dörfer gezählt worden als in den Vorjahren; über einen längeren Zeitraum gesehen ist es sogar ein dramatischer Trend, der sich sogar bei eigentlich häufigen Arten wie Kohlmeise, Blaumeise, Grünfink, Dompfaff und Kleiber zeigt“, ist Isabelle Straus vom NABU Niedersachsen alarmiert: „Die meisten Arten hatten zweistellige Einbrüche, bei der durch das Usutu-Virus geschwächten Amsel ging es in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 40 Prozent in den Keller.“
Für diese Entwicklungen dürften, so vermutet der NABU Niedersachsen, mehrere Ursachen verantwortlich sein. „Klar ist aber, dass dem trocken-heißen Sommer, der drastisch auf den spürbaren Klimawandel hinweist, der heftige Rückgang an Insekten als Nahrungsquelle für die Vögel, der Verlust an samentragenden Pflanzen auf Brachen und Wegrändern, die Überbauung immer weiterer Flächen auch in Siedlungsbereichen, wo einst artenreiche, große Gärten durch gepflasterte Flächen mit seelenlosem Abstandsgrün ersetzt werden und der Rückgang von Hecken, heimischen Bäumen und Feldgehölzen eine unheilvolle Melange ergeben, die den Piepmätzen das Lebens schwer macht!“, erläutert Isabelle Straus, die den schleichenden, jahrzehntelangen Rückgang seit Langem beobachtet und nun darauf hinweist, dass er erheblich an Tempo zugelegt hat. „Wir können heute nicht seriös vorhersagen, ob wir in wenigen Jahren noch Rotkehlchen oder Singdrossel mit ihren herrlichen Liedern werden hören können – aber wir wollen keinen stummen Frühling erleben!“
Deshalb hofft der NABU Niedersachsen, „dass nun viele Menschen den Weckruf gehört haben und sich sagen: Jetzt packen wir´s an! Unser Garten soll zum Vogelparadies werden! Auch Spatz, Heckenbraunelle, Buntspecht und andere gehören zu uns, zu unserem Garten! Machen wir ihn zu einer Arche für die Gefiederten – und damit zugleich für viele andere Tiere und Pflanzen sowie uns!“
Der NABU als größter Naturschutzverband mit mehr als 133.000 Mitgliedern in Niedersachsen, der auf eine lange Tradition gerade auch im Vogelschutz zurückblicken kann und dort seine Wurzeln hat, steht allen Interessierten zur Seite: „Selbst der kleinste Garten, ja, sogar Terrasse, Balkon oder Fensterbrett können für die Gefiederten einladend hergerichtet werden – durch eine Vielzahl von Maßnahmen, die allesamt Spaß machen und sehr schnell kleine Erfolge zeigen werden, wenn plötzlich Vogelarten auftauchen, die dort vorher nicht beobachtet wurden“, macht Straus Erfahrungen im praktischen Naturschutz Mut.
„Je vielgestaltiger ein Lebensraum ist, gerade auch ein Garten, desto attraktiver ist er für die Vogelwelt – immer im Zusammenspiel mit anderen Tieren und Pflanzen. Ein uniformer, ausgeräumter, gepflasterter Garten mit einigen langweiligen Immergrünen und Nagelscherenrasen wird niemals an einen Garten mit Blumenwiese, Stauden, insektenfreundlichen Pflanzen, beerentragenden Sträuchern und einem kleinen Teich, einer Fassadenbegrünung und Nisthilfen heranreichen“, sagt er. „Und für jedes kleine Tun gibt es stets reichen Lohn – durch neue Vogellieder“, freut sich die Naturschützerin.
Auch einer artgerechten Winterfütterung – „dadurch bekommen viele Menschen Zugang zur Vogelwelt und lernen viele Arten kennen“ – und einem bunten Angebot an Nisthilfen komme eine große Bedeutung zu. Dazu zählten auch Nistkästen, die neben den gängigen Meisen- und Starenkästen vielen Menschen kaum bekannt seien, etwa für den Zaunkönig, den Kleiber oder den NABU-Vogel des Jahres 2025, den Hausrotschwanz, der ebenso wie Gartenrotschwanz, Grauschnäpper und andere gern Nischenbrüterkästen annimmt. „Noch ist es Zeit, selbst Nistkästen zu bauen oder geeignete im Fachhandel zu kaufen“, weist Isabelle Straus auf die Zeit bis zum Brutbeginn vieler Vogelarten hin, „aber bis Mitte März sollten sie alle aufgehängt sein!“
Der NABU hofft, dass nun viele kleine und große Vogelarchen zwischen Borkum und dem Eichsfeld, zwischen der Grafschaft Bentheim und dem Amt Neuhaus entstehen werden. „Alle können dazu beitragen, den ‚Stummen Frühling‘ ein kleines Stückchen fernzuhalten“, ruft NABU-Mitarbeiterin Straus auf: „Auf das uns die Poesie des abendlichen Amselgesangs nie abhanden komme …!“
Der NABU Niedersachsen hat dazu ein umfangreiches Info-Paket zusammengestellt. Es umfasst die ausführliche Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art, die Broschüren „Vögel im Garten“, „Gartenlust“ und eine Broschüre zur artgerechten Winterfütterung und kann angefordert werden beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Vogelparadies“, Alleestr. 36, 30167 Hannover, gegen Einsendung von 10 Euro.
Nimmt der NABU Hildesheim verletzte Tiere auf? Leider nein - denn verletzte Tiere gehören in fachlich kompetente Hände und benötigen kontinuierliche Pflege, damit sie nicht unnötig leiden. Unser NABU Büro ist nur an einigen Tagen geöffnet und kann dies nicht gewährleisten.